Auf der Domaine du Bollenberg sind wir zwar Winzer, aber auch handwerkliche Brenner. Unsere Branntweine werden in den kupfernen von den Ahnen vererbten Kolben erzeugt. Wir sind leidenschaftlich unserem Stück Hügellandschaft verpflichtet, wir halten stets Ausschau nach vergessenen oder neuwertigen Aromen und Geschmäckern und setzen uns voll und ganz für Qualität und Tradition ein.

Im Einklang mit der Natur konnten wir die genaue Zeitdauer, die für die Reife unserer Frucht- und Tresterschnäpse erforderlich ist, kennen.

Die verschiedensten Früchte werden destilliert und zu raffinierten Spirituosen verarbeitet: vor allem Waldfrüchte; Heidel-, Walderdbeeren, Schlehen, Holder, Stechpalmbeeren und Hagebutten. Solche Beeren, ob saftig, säuerlich, herb oder lieblich, sind voll eines exquisiten unverwechselbaren Geschmacks. Vor Kurzem kamen wir auch auf die Idee, Blüten zu verarbeiten z.B. Königskerzen und Akazienblüten bringen neue Düfte hervor und regen die Phantasie an.


Das Know-how

Handgriff und Erfahrung sind zum Auswählen und Lagern der edelsten Gewächse unerlässlich. Die Destillation wird unserer Tradition gemäß in zwei Brenngängen durchgeführt. Der Vorlauf löst das Kleinwasser, d.h. den leichten Alkohol ( ca. 25 Grad ) heraus; der andere Gang fängt das Herzstück des Nachlaufs auf, indem er die Köpfe und die Stiele auslaugt: die einen sind zu herb, die anderen zu reich an hochprozentigem Alkohol.


Das Werk der Zeit

Im Keller werden nun die Schnäpse den Launen und Tücken der Zeit, der Kühle und der Kälte, also Temperaturschwankungen ausgesetzt. Sie dürfen nun reifen. Dieser Reifeprozess findet in offenen Korbflaschen statt, damit der flüchtige Teil ( der Fruchtäther) entweichen kann. Dann werden die Flaschen sorgfältig zugepfropft. Alsdann beginnt der eigentliche Auffangprozess, der durch strikte Dunkelheit gefördert wird.

Der Branntwein wird sich entfalten und im Laufe der Zeit zu einer runden, wohlschmeckenden Sanftheit kommen, die man wohl als königlichen Genuss bezeichnen kann; sie verwöhnen den Gaumen bis zur Wolllust.

Kein gutes Essen hört ohne Schnaps auf. Die elsässische Gastronomie zeichnet sich durch ihren Geschmack aus. Unsere Gerichte sind reichhaltig. Das Elsass ist wohl das Land der weißen Schnäpse; kaum ein Land kennt eine derartige Auswahl alkoholisierter Fruchtextrakte.

Der Kirsch : ist mit der Älteste, da er auf das 17. Jh zurückgeht. Er wird aus Kirschen gewonnen, nicht aber aus irgendwelchen, sondern aus Weichselkirschen, die veredelte wilde Vogelkirschbäume tragen.

Die Mirabelle : eine kleine, runde, goldene Pflaume, gesprenkelt wie Kindergesichter, die frech-bezaubernd aussehen. Diese kleine Frucht stimmt einen heiter an, es ist eine reine Sommerfrucht, die im August, in der Ferienzeit zur Reife kommt. Die Mirabelle ergibt ein Branntwasser, deren Duft und Geschmack ihr entsprechen. Kosten Sie sie in kleinen Schlücken aus. Die ganze Magie der Frucht liegt in ihrer Kürze vor Ihnen.

Der Himbeergeist : Der ist lauter Sanftheit und Köstlichkeit, genau wie die Beere gleichen Namens, und vergegenwärtigt den Duft der Lichtungen und Hecken. Wir empfehlen, ihn jung z genießen, d.h. ca. 2 Jahre nach Destillation. Wir empfehlen auch, ihn kühl einzuschenken, denn so entfaltet er sein volles Aroma und Eure Freude wird entsprechend sein. Also ein echtes Wunder.

Die Quetsche (Zwetschge): Im Elsass kommt sie im Oktober zur Reife. Bei uns gehört eine Quetschetorte auf jeden Familientisch, der seinen Namen verdient. Die rötlich-veilchenfarbigen oder bläulichen Früchte, die auf dem Teig hochkant hintereinandergeordnet sind, sind ein einziges Wunder. Genau wie der Schnaps gleichen Namens. Deshalb hat er auch so viele Liebhaber, die ihn entweder kühl oder genauso heiß wie eine Tasse Kaffee trinken.

Die Birne : Die hat schon die ganze Welt durch ihren Charme erobert. Zarte Beschaffenheit, kräftig-markiges Bukett, einfach wie ein Mensch in seiner vollen Lebenskraft. Eine derart zarte Frucht erfordert höchste Sorgfalt bei der Ernte, denn sie muss rechtzeitig gepflückt werden, gerade da wo sie am saftigsten ist. Wir lassen unseren Birnenschnaps in Korbflaschen reifen, wo er Körper und Geschmack gewinnt. Er gehört in gut gekühlte Gläser eingeschenkt, denn so kommen Herkunft und Eigenmerkmale zu ihrem vollen Ausdruck. .

Die wilden Beeren : aus diesen kleinen kernlosen Früchten brennen wir auch Schnapssorten . Probieren Sie die Brombeere, die Heidelbeere, die Hagebutte, die Ilex (Stechpalme), die Mehlbeere (sorbus aria), die Vogelbeere, den Holunder, die Schlehe. Sie werden Ihnen den Duft der Vogesen wiedergeben.

Die Blüten : Akazie, Waldmeister, Holderblüten, Königskerze. Wie alte Klöster hat auch die Familie Meyer ihr Geheimnis.

Die Tresterschnäpse : Aus vier renommierten Rebsorten, die im Elsass gebaut werden ( Gewürztraminer, Muskat, Tokay Pinot Gris- Ruländer und Pinot Noir- Blauer Burgunder) brennen wir Schnäpse aus den beim Keltern der Weinbeeren als Pressrückstand entstehenden Trester. Traditionsgemäß gebrauchen wir dafür kupferne Brennkolben. Langsame Destillation gewährleistet den Schutz des Aromas. Je nachdem drücken sich da würzige, feuersteinmäßige oder sonst seltene Aromen aus.

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